Geschichte des MBC Hofkirchen e.V.

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Im Jahre 1976 kamen der leider schon verstorbene Josef Scheungraber, Karl Kreilinger, Manfred Seidlmeier, Xaver Troiber sen. und Reinhard Eckmüller auf die Idee, den ehemaligen Arbeitshafen der Firma Dahmen, an der Donau in Hofkirchen liegend, als Hafen für Motorboote um- und auszubauen. Sie waren zu dieser Zeit schon stolze Bootsbesitzer und eifrige Wassersportler. Um ihr Vorhaben allerdings in die Tat umsetzen zu können, bedurfte es einiges an Einfallsreichtum, Energie und Unmengen an Schriftverkehr. Unzählige Schreiben gingen an das Wasser- und Schifffahrtsamt Regensburg, an das Landratsamt Passau und auch an das Fischereiwesen der Regierung Niederbayern. Denn gerade die Fischer waren anfänglich überhaupt nicht von dieser Idee begeistert. Sie hatten eher Angst, dass die Motorboote bzw. gleich die Gründung eines Motorboot-Clubs ihren „Fischen“ zu Leibe rücken würden. Besonders bei Fischermeister Max Wagner aus Vilshofen, Besitzer des Fischwassers, musste Überzeugungsarbeit geleistet werden. Er hatte große Bedenken, dass durch den Bau einer Hafenanlage für Motorboote seine Berufsfischer-Existenz gefährdet werden könnte. Josef Scheungraber und Karl Kreilinger, beide damals im Fremdenverkehrsverein Hofkirchen tätig, setzten alles an Energie ein, um ihn eines Besseren zu belehren. Der Fremdenverkehrsverein bürgte unter anderem auch für das Hafengelände. Gemeinsam organisierten sie, dass sie zu den beiden vorhandenen Stegen zwei weitere genehmigt bekamen. Des Weiteren verpflichteten sie sich ebenfalls, die gesamte Anlage zu pflegen. Durch das korrekte Verhalten gewannen sie so im Laufe der Zeit das Vertrauen der Fischer, des Landratsamtes Passau und vor allen Dingen die des Wasser- und Schifffahrtsamtes Regensburg.

Große Unterstützung bekamen sie vom damaligen Bürgermeister Ludwig Eckmiller. Dieser sah nämlich auch die Vorteile, die so ein Motorbootclub mit sich bringen würde. Für die Infrastruktur und dem Fremdenverkehr der Marktgemeinde Hofkirchen konnte es doch nur von Vorteil sein, wenn sich an der „Donaulände“ etwas tat.

Von den Vorbereitungen für den Umbau der Hafenanlage bis hin zur Umsetzung und den Genehmigungen der einzelnen Ämter vergingen Jahre.

Am 5.12.1977 traf sich der Fremdenverkehrsverein Hofkirchen, vertreten durch die Herren Eckmiller (Bürgermeister), Scheungraber, (Fremdenverkehrsvorstandsmitglied), Kreilinger, Dittmann (Gemeinderäte), die Herren Ausschussmitglieder Bruckmeier, Schubert, Semmler und Steinleitner, um mit dem Fischereiberechtigten Max Wagner (Fischermeister, Vilshofen) eine Aussprache herbeizuführen. Sinn und Zweck dieser Unterredung galt der Zukunft des Hafens. Max Wagner hegte die dumpfe Befürchtung, dass sich der Wassersport negativ auf die Fischbrut bzw. den Fischbestand auswirken könnte. Außerdem wollte er wissen, wer künftig Träger und Verantwortlicher des beabsichtigten Projektes sein sollte. Die Trägerschaft wurde, nach dem Willen der übrigen Teilnehmer, vom Verkehrsverein Hofkirchen übernommen. Damit übernahm der Verkehrsverein auch die Verantwortlichkeit der Anlage. Durch die überzeugenden Diskussionsbeiträge der Teilnehmer konnte Max Wagner von seiner vorgefassten, negativen Einstellung abgebracht werden und somit kam man wieder ein großes Stück weiter.

Im Jahr 1979 fand schließlich die Gründungsversammlung des MBC-Hofkirchen statt. Der Verein bestand aus folgenden Gründungsmitgliedern:

Josef Scheungraber(†), Friseurmeister, Hofkirchen

Karl Kreilinger, Bäcker- und Konditormeister, Hofkirchen

Reinhard Eckmiller, Handelsvertreter, Hofkirchen

Xaver Troiber, Geschäftsinhaber vom „Feinkost Troiber“, Hofkirchen

Manfred Seidlmeier, Elektroinstallationsmeister, München

Max Rauch, Lokführer, München

 

Am 20.4.1979 erlässt das Landratsamt Passau folgenden Bescheid:

Der Marktgemeinde Hofkirchen, vertreten durch den Fremdenverkehrsverein Hofkirchen, nachstehend Unternehmer genannt, wird die Genehmigung erteilt, im ehemaligen Arbeitshafen der Firma Dahmen in Hofkirchen links der Donau (Gewässer I. Ordnung im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland) bei Strom-km 2275 sieben Bootsanlegestege sowie den Bau eines Bootseinlasses zu errichten und zu betreiben.

Am 31.7.1979 kam der Nutzungsvertrag vom Wasser- und Schifffahrtsamt Regensburg. Dem Fremdenverkehrsverein Hofkirchen wurde die Genehmigung erteilt, die bezeichnete Fläche des bundeseigenen Grundstückes der Gemarkung Hofkirchen, Flurstück Nr. 682/2 von Strom-km 2256,700 bis 2256,790 in Größe von 2360 qm Wasserfläche und in Größe von 1308 qm Landfläche zur Errichtung und zum Betrieb nachstehender Anlage zu benutzen: 7 Bootsanlegestege und eine Bootseinlassrampe. Diese Genehmigung wurde befristet auf sechs Jahre erteilt.

Seit dieser Zeit besteht der MBC-Hofkirchen offiziell und aus diesem Grund feiern wir heuer das 35jährige Bestehen unseres Vereins!!!!